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Tage 19 + 20

Der interessante Teil der Reise ist eigentlich zu Ende. Die Fähre von Melilla nach Almeria ging um 15.00 h. Übernachtet hatte ich ja noch in Marokko. Absolut reelles Hotel mit sehr gutem Zimmer, top Frühstück und Garage für Katy. Sie durfte neben einem Newtimer Rally-Audi schlafen.So wird im sehr guten Hotel das Gemüse und Obst angeliefert.

 

Erst Grenzübertritt in die spanische Enklave.

Auf dem Weg zur Grenze gab es dann doch noch einen ‚Zwischenfall‘. Ein Sattelzug mit Kühlaufbau stand auf der mittleren Spur, Polizeifahrzeug schräg davor. Wie ich näher komme, sehe ich ca. 7 Halbwüchsige, von etwa 12 Jahren, wie sie versuchen so schnell wie möglich, hinten vom Dach des Kühlaufbaus herunter zu kommen. Von 4 m Höhe!!! Einige kamen runter, 3 hingen noch dran, als der LKW wieder losfuhr.  Zum Glück nur 20 m um rechts zu parken. Alle Jungs rannten auf dem Gehweg Richtung Grenze. Kein Gepäck, nichts, nur irgendwie über die Grenze kommen……Schlimm, was hier abgeht…..

Ich kam rel. schnell durch die vielen Kontrollen. Keiner hat gemerkt, daß ich aus einem Gelbfieber-gefährdeten Land (Senegal) in die EU einreise. Mein Impfpass hätte kontrolliert werden müssen..Letzter Blick auf Afrika.

 

Da die Fähre, ein ziemlich abgewracktes Teil, erst um 21.00 h ankam und hier nochmals Kontrollen zu erwarten waren, habe ich ein Zimmer außerhalb von Almeria vorgebucht. Flop. Aber ein Bett…..

Morgens um 8.00 h bin ich wieder los. Das Innenfutter hatte ich in Hose und Jacke eingeknöpft. Auch die Spezial-Thermounterhose war angezogen und die Lenkerstulpen montiert.  Trotzdem habe ich gefroren. Aber kein Wunder, beim Start hatte es 7 Grad, später dann nur noch 5 Grad. Also Stop und noch eine Jacke drunter. Auch die Regen-Überziehkleidung musste drüber. Sie hält sehr gut den Wind ab. Wenn man permanent über 100 km/h fährt ist der Wind-Chill einfach enorm. Er beträgt z.B. bei plus 5° C und 100 km/h, minus 3,4° C. Bei 5° C und 130 km/h sind es schon minus 4,2° C, und das stundenlang….

Die letzten 300 km im ‚Orangenland‘ von Valencia bis Barcelona, waren die Temperaturen ok. Dann noch 100 km nordwestlich in die Berge.  Oben in den Pyrenäen liegt einiges an Schnee. Entsprechend wurde es wieder kälter. Hier besuche ich noch einen Freund und zugleich Kunden um noch mit ihm schön katalanisch essen zu gehen.

Nachtrag:

Leute, wenn Ihr mal in der Ecke von Barcelona oder Vic seid und wirkliche katanische Küche genießen wollt, dann müsst Ihr hier hin.

Restaurant Can Janot, C/Montseny, 15, ES-08519 Tavernoles

…Hier essen die Einheimischen. Schon zum Frühstück, habe ich mir sagen lassen, ißt man einen ‚Brei‘ aus gekochtem Schweinehals (in Spanien muß das Schwein noch nach Schwein schmecken), pürierten Kartoffeln, etwas Gemüse und Gewürze. Dazu einen Vino tinto……wer will danach noch arbeiten? Beim Menü war wahlweise dieser Brei als Vorspeise oder eine Fischsuppe dabei. Ich Fischsuppe, mein Freund Brei. Ach ja, zum Empfang gibt es vorher Bauernbrot mit Salamischeibchen (extra für das Restaurant hergestellt), Tomate und roher Knoblauch werden auf das Brot gerieben, dann mit Olivenöl übergossen….Ähmmmm,  Hauptspeise? Eigentlich bin ich schon fast satt. Entrecote, mit Knochen, richtig gut abgehängt, und selbst gemachte Pommes. Dazu eine Flasche Cabernet Sauvignon aus der Gegend, Karaffe Wasser und als Nachspeise eine wirklich echte Crema Katalane……bezahlt haben wir für alles zusammen 53,10 Euro……noch Fragen?

 

Morgen dann noch ca. 1.200 km bis nach Hause.

Wir haben bereits in Marokko 10.000 km auf dieser Reise zusammengebracht. Nun hat Katy auch ihre 50.000 km auf dem Tacho. Dafür gabs 98 Oktan Super und wenn wir zuhause sind gibt es einen großen Kundendienst. Als Abschluss werde ich zuhause noch die wichtigsten Daten und Eindrücke zusammenfassen.

Nachtrag:

Morgens lag Reif auf Katy. Na ja, wir waren schon in den Pyrenäen. Minus 2 Grad, Reif auch auf der Strasse. Zum Glück nicht lange. Auf wunderschöner, kurviger Autobahn gings zum Mittelmeer. Dort heftige Sturmböen von der Seite, manchmal dachte ich, mir reißt es den Helm vom Kopf. Die ‚Route du Soleil‘ Richtung Lyon war eher die Route du Sturm. Nun meist von schräg vorne. Mann war das anstrengend. Hing mehr hinter der Verkleidung, als daß ich normal hätte fahren können. Ab Lyon wird es normalerweise mit dem Sturm besser, so war es zum Glück auch. Die Griffheizung musste allerdings auf den ganzen 1.200 km arbeiten.

Dann hatten wir doch noch ein technisches Problem:

300 km vor Zuhause nahm Katy schlagartig das Gas nicht mehr richtig an. Mit 80 kmh bis manchmal 110 kmh krochen wir Richtung Heimat. Oft im Windschatten der LKW. Getankt, auch keine Besserung. An Fehlersuche in der Dunkelheit, ohne Spezialwerkzeug, fast nicht zu denken. Als erstes hätten beide Tanks demontiert werden müssen. Vermutlich ist Schmutz im Tank, der sich vor den Benzin-Filter gesetzt hat und den Durchlauf einschränkt. Wir retten uns über die Grenze und schaffen es tatsächlich noch pünktlich um 20.00 h am Gespannfahrerstammtisch zu sein.

Nach 12 Stunden Fahrt, mit Temperaturen zwischen 7 Grad max., aber meist 0 – 4 Grad, sind wir ohne Unfall, ohne größere Probleme, heil Zuhause angekommen.Das sagt das Navi am Ende in Wiernsheim.

12.800 km in 21 Tagen, 7 Länder haben wir durchfahren, von minus 2 Grad bis 32 Grad plus die Temperaturen, bis auf knapp 1.900 m Höhe waren wir, ca. 5.000 km sind wir in oder am Rande der Wüste gefahren, wir mussten durch einen leichten Sandsturm, am Schluss noch durch etwas Schnee.

Viel Neues habe ich kennengelernt, viele, sehr nette, hilfsbereite Menschen getroffen..

…Afrika, ich komme wieder….

 

 

 

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