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Tag 18

Heute bin ich um 6.30 h aufgestanden. Ich wollte so weit wie möglich bis Melilla, also dem Fährhafen am Mittelmeer fahren. Stockdunkel und eiskalt war es. Linker Koffer montiert, Topcase drauf, dreh mich um, um die rechte Box zu holen, lässt es hinter mir einen Schlag. Verdammt, der Seitenständer hat sich eingegraben und durch die schwere Box ist Katy umgekippt. Ärger….Katy mit vollen Tanks und Seitenkoffer aufrichten……ungewollter Frühsport……zum Glück nichts kaputt. Losgefahren, Blick auf die Temperaturanzeige: Kein Wunder ist es mir so kalt. 2 Grad und kein bisschen mehr. Griffheizung an. Die Lenkerstulpen sind noch nicht montiert, die Innenfutter in Jacke und Hose noch nicht drin. Wer rechnet auch mit 2 Grad. 1,5 h lang stieg die Temperatur nicht über 3 Grad. Mann hab ich geflucht. Komme gut vorwärts, immer gen Nord-Nord-Ost, parallel zur Wüste. Wieder sagenhafte Felsformationen. ___

_Dann geht’s über den ersten Berg in den Atlas. Schnee auf den Gipfeln._ Mein höchster Pass liegt knapp über 1.900 m. In Schattenkuhlen liegen Schneereste._. Schild: Schneebarriere. Dann werden die Schranken geschlossen.

Langsam wird es wärmer, die Sonne scheint, aber auf einer Ebene mit ca. 1.500 m Höhe wird es trotzdem nicht wirklich warm. Hier oben werden Oliven, Mandeln und Äpfel angebaut. Aber immer nur mit künstlicher Bewässerung. _

Plötzlich kommt mir ein ganzes Geschwader an Rally-Begleit-LKM entgegen, einige Geländewagen mit entspr. Aufklebern und dann ca. 30 Rally-Motorräder, spezielle Rally-Allradler, die aussehen wie Spinnen auf Räder,

Relativ normale Geländewagen mit Startnummern und spezielle Rally-LKW folgen. Hab gehofft, ich könnte eine Sonderprüfung noch mitverfolgen, aber ich war zu spät. Ach ja, ein Hubschrauber kam auch entgegen…. natürlich nicht auf der Strasse. Übrigens der erste Hubschrauber, den ich gesehen habe,  seit meiner Abfahrt. Bei den LKW fiel mir auf, daß etliche Tatra’s dabei waren. Zulassungen von ganz Europa und auch einige Russen konnte ich sehen. Scheint ne große Sache zu sein. An der Tankstelle wurde ich klüger: Es war der Tross der Rally Monako – Dakar. _Da es ja schon einige Jahre die Paris – Dakar nicht mehr in Afrika gibt, sondern in Südamerika ausgetragen wird, scheint hier eine Nachfolgeveranstaltung zu entstehen._

Das wird das Auswärtige Amt freuen, wenn Deutsche mitfahren. Grins, grins. Wie steht so schön geschrieben: Man soll an keinen Rallys teilnehmen und eine konsularische Betreuung in der West-Sahara ist ausgeschlossen.

Bin inzwischen, nach ca. 860 km  in Nador gelandet. Das ist die marokkanische Stadt direkt neben der spanischen Enclave Melilla. Morgen gehts mit der Fähre nach Europa. Wie sich das anhört…angelegt wird in Almeria.

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