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Tag 15

Das ist der Wohnraum einer traditionellen Wohnung, bei den Berbern sah so das Innere des Hauptzeltes aus, also Wohn- und Schlafraum.

Diesen Marokkaner traf ich, als ich den Ortseingang mit Dromedar-Statuen fotografiert habe. Französischlehrer dessen Traum schon immer ein solches Motorrad war, nur reicht sein Geld nicht. Nun hat er zumindest ein Bild, das ich ihm unbedingt vor Neujahr schicken musste…..Eigentlich wollte ich noch am Atlantik bleiben, aber dann hätte ich jeden Tag über 800 km fahren müssen. In der wenig bewohnten Wüste ist das möglich, aber im Atlas, mit vielen Kurven und Dörfern, heftig….die andere Überlegung war, noch 2 Tage bei Merzouga, einem Wüstenort beim berühmten Erg Chebbi zu bleiben. Das sind die roten Dünen welche man auf jeder Marokko Werbung sieht. Kurzfristig habe ich mich ganz anders entschieden. Für Tata, einer Oase an der Kreuzung zweier Karawanen-Wege. Nun war ich aber schon so früh dort, daß ich mich für die Weiterfahrt entschloss. Ziel Ouarzazate. …

Auf dem Wege dorthin kam ich an der Stelle vorbei, wo es mir letztes Jahr die Kette zerriß. War irgendwie ein komisches  Gefühl. Ich habe Katy getätschelt und mich bei Ihr bedankt, daß bis jetzt alles so gut geklappt hat. Die Dromedare auf der Strasse kannte sie schon,  diesmal kamen wir sogar sehr nahe ran..__sowas nennt man Tankstelle, Flaschenbetankung….Diesel gibts immer, Benzin in Marokko fast immer……

Hier, zwischen Sahara und Atlasgebirge gibt es sagenhafte, oft skurile Felsformationen in verschiedensten Farben, von dunkelbraun, über rostrot bis zu grün. ___Ich könnte alle Paar Minuten stehen bleiben und fotografieren. Heute war es leider etwa trübe so daß die ganz guten Bilder fehlen.._Mein Favorit. Sieht aus wie der Deckel eines Tajine Topfes.

Bei Foum-Zguid geht es unvermittelt ins Gebirge. Endlich wieder richtig Moped fahren…..eine Kurve nach der anderen, griffiger Fahrbahnbelag, keine enge Kehren, kaum Verkehr, fast keine Ortschaften. Und das mit Katy, ihrem super WP Fahrwerk. Traumhaft. Die Reifen verkrallen sich geradezu in die Fahrbahn. Kurven-swing auf höchstem Niveau. So schrauben wir uns auf 1.480 m hinauf, dann wieder in eine Hochebene hinunter auf 1.200 m und wieder hinauf. Kalt ist es hier oben im Gebirge, die Griffheizung muss ihre Arbeit aufnehmen, aber ansonsten ist es Katy und mir eher heiß bei dem Swing. Wow, nur geil, das ist der Traum des Kurvenräubers. Endlich darf er wieder aus dem Gefängnis Deutschland raus. Keine Ortschaften, keine Geschwindigkeitsbegrenzungen…..Klar, ein Harley-Fahrer würde mich für verrückt erklären, diese Strecken gut zu finden, denn ihm würde mangels gutem Fahrwerk das Kreuz brechen. Aber genau deshalb habe ich Katy mit ihren langen Beinen und den elastischen Knien. Heißt: Großes Vorderrad für optimale Spurhaltung, lange Federwege um die Löcher auszubügeln und super Bremsverhalten…

Die Freude blieb bis Ouarzazate erhalten. Mitten in der Stadt habe ich ein Hotel gefunden, großes, sauberes Zimmer mit Dusche WC für 15 Euro. Ungewöhnlich: Das Fenster öffnete nicht etwa nach Außen sondern ins große Treppenhaus.

Der Clou: Katy durfte mit ins Hotel. Sie schläft zwischen 2 Zimmern im Flur….

.und die Freude hat kein Ende: über die Strasse fängt nach ca. 50 m der Markt an. Und genau dort wollte ich zum Essen hin. Da gibt es Schnecken, im Sud gekocht, den Sud als Suppe dazu… Boah, Hammer….muß man nicht mögen, aber ich mag es richtig gerne. Danach ums Eck, da gibt es original marokkanische Küche: traditionelle Suppe, Tajine in verschiedenen Varianten, Couscous über Fleischbrühe gedämpft mit Gemüse und Fleisch oder Hähnchen vom Grill mit Reis und z. B. Auberginen. Da bleibt meist kein Platz mehr für die leckeren Nachspeisen. Klar trinke ich The a la Mente und Wasser dazu. Das war ein Tag genau nach meinem Geschmack.

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