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Tag 14

Bin ich wirklich schon 14 Tage unterwegs? Die Zeit vergeht wie im Flug.

Heute morgen bin ich schon früh los. War noch dunkel und ganz schön kalt. Merke daß ich gen Norden fahre. Muß mich wieder an mehr Kleidung gewöhnen. Wollte eigentlich von Dakhla bis Sidi Ifni fahren, ca. 1.100 km. Die erste Strecke ist ziemlich monoton, immer am Meer entlang und rechts Wüste. Wollte vor der Dunkelheit ankommen. Viel zu berichten gibt es nicht. Die Steilküstenfischer wollte ich unbedingt fotografieren, aber sie waren nicht da. Die Bilder entstanden größtenteils am Nordwestrand der Sahara.

 

Diese Art der Meersalz-Gewinnung kennt man auch von Istrien oder industriell von der Provence.

 

 

Hier produziert Marokko effektiv Strom aus Windenergie: Eine Anlage mit ca. 120 Windrädern.

 

Vom Meer nur durch eine Sandbank getrennt. Ein Vogelparadies.

Das Bild habe ich ‚Mamadüne mit Kindern‘ getauft.

 

An Tag 3 habe ich von der Phosphat-Gewinnung gesprochen. Jetzt konnte ich die Länge der Mauer, bestückt mit Nato-Stacheldrahtrollen und zusätzlichen Überwachungskameras, messen. Ziemlich genau 8.000 m entlang der Strasse. Eine Leitung führt direkt vom Gelände aufs Meer hinaus, wo gerade ein Schiff zur Beladung anlegte. Das sind die Werte für die um die Westsahara gekämpft wird. Der Gipsabbau im großen Stil, z.B. von Lafarge ist da schon nebensächlich.

Nach ca. 950 km bekam ich immer mehr Hunger. Hatte schon bei einigen Strassenrestaurants Tajins stehen sehen. Dies sind eine Art großer Tonteller mit einem kegelförmigen Deckel drauf. In diesen wird die berühmte, traditionelle marokkanische Garküche zelebriert. Ich habe Gemischtes Gemüse, Kartoffeln und kleine Stückchen Hammelfleisch gegessen. Allein der Sud, welcher im Teller steht ist gigantisch. Den tunkt man mit Fladenbrot heraus. Für eine Person kostet der Tajin nicht mal 5 Euro.

Während des Essens kommt ein deutsches Ehepaar mit mir ins Gespräch. Sie sind beide ca. Ende 50, mit Bus und den Grand-Taxis in Marokko unterwegs. Beide sprechen kein bisschen Französisch und sind trotzdem so begeistert, daß sie nun schon den vierten Winterurlaub hier verbringen. Finde ich klasse. Viele Übernachtungen buchen sie mit Airbnb. Von Ihnen habe ich auch den Tipp für das Hotel bekommen, wo ich jetzt bin. Einfaches, aber schönes Zimmer mit Dusche und WC, Katy im Innenhof, eine Querstrasse vom Sandstrand entfernt, absolut ruhige Lage für 20 Euro. Top. Hotel Canarias in El Ouatis, genannt auch ‚Tan Tan Plage‘.

 

Für Köche, die an der Zubereitung von Tajin interessiert sind:

Das Gargut wird kegelförmig auf dem Teller aufgeschichtet, und zwar in der Reihenfolge, wie lange das zu Garende benötigt. Z. B. Kartoffeln oder Fleischstückchen unten, Tomaten ganz oben. Als ‚Hitzeschutzschicht‘ wird der Boden gerne mit Karottenstreifen ausgelegt. Oliven sind dafür auch sehr gut geeignet. Der Tajin kann über Holzkohle oder Gasflamme erhitzt werden. Das Wichtigste: Das Gargut darf nie kochen. So bleiben die meisten Nährstoffe und auch Geschmacksstoffe erhalten. Die traditionellen Garküchen hatten verschieden große Tajins mit verschiedenen Inhalten, oft auch vegetarisch, auf dem Herd. Stellt Euch eine Küchenarbeitsplatte aus Stein oder Beton vor. Darin sind verschieden große Löcher, auf die die Tajins gestellt werden. Darunter ist eine zweite Platte mit glühender Holzkohle. Die Kunst des Kochs besteht jetzt darin, durch nur ganz kurzes Aufklappen (die Wärme und der Dampf dürfen nicht entweichen) festzustellen, wie heiß es im Tajin ist. Entsprechend schiebt er die glühende Holzkohle hin und her. Als ankommender Gast sagt man, viele Personen essen möchten. Entsprechend wird vom Koch erklärt, was gerade fertig ist oder was noch wie lange benötigt. Dazu gibt es Fladenbrot und natürlich Tee oder Wasser.

.Im hohen Atlas habe ich vor Jahren folgende Mischung gegessen:

.Boden mit den ganz großen Oliven ausgelegt, auf diese aufgehäuft mundgerechte Stückchen vom Huhn, bedeckt mit Citronenscheiben, ohne sonstige Würze, nur etwas Salz. Das hat traumhaft geschmeckt. Ist aber in dieser Fleischesfülle die Ausnahme, Basis ist in der Regel Gemüse, mit etwas Fleisch oder Fisch. Das Hühnerfleisch hat hier unten, sofern es nicht aus einem Mastbetrieb kommt, auch schon ein viel besseres Aroma, als bei uns. Guten Appetit beim Testessen….

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