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Tag 12

Geschlafen habe ich wieder im Betonbett in Nouakschott. Ist schon nett, wenn man auf ein Hotel zufährt und das Tor wird schon aufgemacht, bevor Du dort bist. Man kennt mich wohl…..grins….

Heute gibt es nicht viel zu berichten. Da ich mir jetzt Zeit nehme, bin ich nicht so früh los. Es war dadurch aber auch klar daß ich nicht über die Grenze in die Westsahara komme. Stimmt eigentlich nicht, hätte gut gereicht, nur gibt es dort auf ca. 500 km keine Übernachtungsmöglichkeit. Und wer weiß, wie lange es an der Grenze dauert. Also habe ich mich für die letzte Stadt vor der Grenze entschieden. Nouadhibu..zwischen Nouakschott und  Nouadhibu gibt es keine größere Ortschaft auf ca. 540 km…

Also noch 10 ‚Fish‘ machen lassen. Das sind Kopien des Reisepasses, die an den unzähligen Kontrollen verlangt werden. Es gibt: Police des Douanes, Police national, Gendarmerie national und Police….manchmal stehen alle 4 im Abstand von ein paar Kilometer zum kontrollieren da. Die  ‚Nationalen‘ wollen den Fish. Und los……

Raus aus der Stadt, rein in die Wüste, denn hier beginnt schon die Sahara. Eine ganze Menge Dromedar-Herden sind unterwegs. Daß es auf den Bildern von gestern ein Dromedar war und kein Kamel, wusste ich, grins._

.._Nicht überall gibt es solch schöne Dünen. Die Wüste ist meist eine Mischung aus Steinen und Sand in grau bis braun.

.Aber irgendwie war ich bei meiner Tagesplanung noch im Senegal, wo, mehr oder weniger, an jeder Ecke eine Tankstelle steht und auch Benzin hat und nicht nur Diesel. Ihr könnt es Euch schon denken, ich habe nicht mehr getankt beim Start, hatte ja noch für gut 180m km Sprit. Nach 80 km die erste Tanke. Sprit??? Hier schon lange nicht mehr. Und wie weit bis zur nächsten? Nur 180 km. Schluck….und das mitten durch die Wüste ohne Ortschaften.

Da fuhr auf einmal einer mit 70 – 80 km/h bei starkem Seitenwind durchs Land. Hmmm, dann muß der Sprit für über 630 km reichen. Noch nie ausgereizt…..und dann fing auch noch ein Sandsturm an, der mich auf fast 300 km begleitet hat. Immer schön Breitseite von rechts. Ekelhaft. Das Zeug setzt sich in jede Ritze. Das Visir knirschte beim Öffnen, also nur im Notfall, heißt bei den Kontrollen, geöffnet. Aber mehr auch nicht..

 

So ist das mit den Sünden, manche werden sofort bestraft. Bei der Herfahrt sah ich Einheimische die an Leinen Fische zum Lufttrocknen aufgehängt hatten. Dort wollte ich jetzt einkaufen und fotografieren, aber nicht ein Fisch hing auf der Leine. Er wäre vom Sand paniert worden. Die Kamera jetzt noch herauszunehmen war eh ein no go. Wie Ihr seht habe ich es geschafft bis zur Tanke. Das musste ich natürlich im Bild festhalten. Meine Nerven lagen blank.

Nun schaut mal wieviel ich getankt habe: 35,02 Liter. Der Tachostand steht rechts unten: 635,3 km…..es hätte nochmals für ca. 180 km gereicht. Aber nur bei Kriechertempo 80 km/h._

Bis zum Ziel gings dann weiter mit normalem Tempo. Dann kann dich der Seitenwind nicht so angreifen und der Sandstaub verwirbelt eher hinter dir. Glaubst Du nicht? Dann hast Du in Mathe oder Physik nicht richtig aufgepasst, wie sich die verschiedenen Kräfte addieren. (nicht weitersagen, ich bin aus dem Gynasium geflogen….) grins, grinsund so sieht ein Sattelanhänger aus, wenn er lange genug im Sand parkt. Warum auch immer er da steht…..Bei einer der letzten Kontrollen vor dem Ziel traf ich 4 Motorradfahrer. 2 aus Spanien, 2 aus Chile. Wir sind natürlich zusammen in die Stadt gefahren, haben sehr gut, aber teuer, gegessen und sind im gleichen Hotel untergekommen. Die 2 Chilenen sind auf Weltreise. Haben dieses Jahr schon 80.000 km gemacht. Von Chile nach Feuerland, dann rauf nach Alaska, anschließend die USA nach Osten durchquert, Holland, Deutschland, Dänemark und Frankreich haben sie kurz mal gesehen und nun sind Sie mit den Spaniern quer durch Marokko, West-Sahara nach Mauretanien gekommen. Dann gehts weiter in den Senegal. Klar daß die Jungs mich ausgefragt haben und ich Ihnen mein neues Wissen stolz mitteilen konnte.

 

An dieser Stelle möchte ich noch eine Hochachtung aussprechen, die mir sehr am Herzen liegt. Hochachtung vor den Langstrecken-Fahrradfahrern. Unterwegs zu sein unter diesen grausamen Bedingungen in der Wüste wo es oft auf 100 km keinerlei Windschutz gibt. Immer den feinen Sand im Gesicht, selbst mit Tuch vor dem Mund und dann Höchstleistung bringen müssen über Stunden. Ich habe ganz große Hochachtung vor Ihrer körperlichen Leistung und dem mentalen Willen diese Strapazen durchzustehen. Chapeau….

 

 

2 Antworten zu “Tag 12

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