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Stuttgart – Dakar Resümee

Hier noch eine Zusammenfassung der Dinge / Fakten die auch für andere Afrika-Reisende interessant sein können.

Ihr dürft mich auch gerne kontaktieren und individuelle Fragen stellen.

12.800 km in 21 Tagen

Es waren viele Langstrecken dabei, auch die Autobahn-Anfahrt Stuttgart – Agadir ist rel. schnell zu bewältigen. Hier bin ich auch bewusst bei Nacht gefahren, um so schnell wie möglich bis Agadir zu kommen. Danach gibt es keine Autobahn mehr, aber oft breite Überlandstrassen. Die Strecke West-Sahara bis an die Grenze Mauretanien ist ebenfalls gut zu fahren, da es sehr wenige Orte gibt, wenig Verkehr und größtenteils guter Strassenbelag. Je näher man allerdings der Grenze kommt, um so größer werden dann doch die Löcher.

Grundsätzlich sollte in Afrika nur in Notfällen bei Nacht gefahren werden.

Anspruchsvoll sind die Baustellen: Hier werden neben der zu bauenden/erneuernden Strasse „Not-Strassen“ gebaut. Meist aus Sand/Erde, machmal auch aus einer Art Split, was eben die Gegend hergibt. Hier muss man oft durch Weichsand-Felder, Löcher oder Wellblech-Piste. Wohl dem, der ein gutes Fahrwerk mit viel Federweg hat.

Polizei-Kontrollen sind unglaublich viele, oft sogar kurz hintereinander. Ist lästig wenn 4 Kontrollen innerhalb von 5 Kilometern kommen (örtliche Polizei, Staatspolizei, königliche Polizei, Douane (Zoll) und staatliche Miliz). Ansonsten durchaus sinnvoll. Die Polizisten sind in der Regel auch nett. „Guten Tag, wie geht es Ihnen, woher kommen Sie, wohin fahren Sie, was ist Ihr Beruf“. Das sind die Standardfragen. Warum die Frage nach dem Beruf kann ich nicht nachvollziehen. Sag irgendeinen Handwerksberuf, wie Friseur, Bäcker oder Metzger, dann ist gut…versteht jeder, das sind Respektspersonen, die aber landläufig nicht zu viel Geld haben……

In Marokko gibt es inzwischen viele, super moderne, Hand-Radargeräte. Besonders auf den Transitstrecken wird kontrolliert. Weiße, durchgehende Linie überfahren kostet ca. 36,- Euro. Jeder tut es, aber den Tourie kann man abkassieren. Immer über die Höhe verhandeln…

Im Niemandsland zwischen Marokko und Mauretanien gibt es keine Strasse. Nein, auch keine Piste, einfach kein ersichtlicher Weg. Jeder fährt in einer Breite von ca. 100 m irgendwie und irgendwo zwischen Weichsand und scharfkantigen Steinplatten. Als Mopedfahrer suchst Du Dir Deine eigene Route! PKW kommen leicht durch den weichen Sand, Du nicht. Also lieber über die scharfkantigen Steinplatten. Ein gutes Reifenprofil ist Gold wert.

Baustellen, Löcher in der Strasse oder Umleitungen sind oft kaum gekennzeichnet, manchmal liegen nur ein paar Steine als Absperrung da.

Rote Ampeln werden in Mauretanien oft nicht beachtet. Vor allem von LKW und Taxi-Fahrern. Daher immer rechts am Strassenrand mit dem Moped vor der Ampel halten, vor allem wenn ein LKW von hinten kommt.

Ansonsten kommt man durch Mauretanien flott durch, wenig Bevölkerung, viel Wüste, guter Strassenbelag.

Im Senegal, von der Grenze bei St. Louis bis Dakar ist der Verkehr chaotisch. Die Bevölkerungsdichte an der Küste ist rel. groß, gefahren wird mit allem was Räder hat. Beleuchtung ist Nebensache.

Er funktioniert, ich kanns bezeugen…wird als Billigtaxi am Rande von Dakar eingesetzt

Geblinkt wird hier wenig, so man überhaupt Blinkleuchten hat. Esel- und Pferdegespanne, Ziegen, Kühe, Dromedare, Schafe, alle Arten von 2-Rädern, Kinder, Erwachsene, alles ist irgendwie und irgendwo auf der Strasse.

Im Großraum Dakar ist der Verkehr nur chaotisch, die Abgasbelastung fast nicht erträglich. Vergleichbar mit Neu-Delhi in Indien. Erst wird gehupt und dann vielleicht gebremst. Überlandbusse fahren fast schon kriminell, Viele LKW und Busse haben, berechtigterweise, einen massiven Rammschutz am Fahrzeug.

Strassenschilder, Hinweisschilder gibt es oft gar keine.

Höchste Konzentration ist beim Fahren gefordert.

Sprache

Sowohl in Marokko, in Mauretanien, als auch im Senegal ist es sehr von Vorteil französisch zu sprechen. Fast jeder spricht französisch. Englisch können nur die Wenigsten. Um an den Grenzen ohne „Helfer“ durchzukommen, ist zumindest ein Grundwissen in Französisch sehr gut.

Grenzen

An jedem Grenzübergang gibt es „Helfer“ die Dein Geld wollen, die freundlichsten am meisten….Du schaffst jeden Übergang auch ohne diese Helfer…frage immer Uniformierte was Du als nächstes tun musst, wo Du als nächstes hin musst. Geduld ist gefragt.

Merke Dir folgenden Satz eines Mauretaniers:

Ihr Europäer habt das Geld, wir haben die Zeit.

Spanien – Marokko

Der Grenzübertritt ist rel. einfach. Reisepass mit min. 6 Monate Gültigkeit ist Pflicht.  Für jede Person muss ein weißer Schein (A6 Größe) mit den persönlichen Daten ausgefüllt werden, später dann abgestempelt wieder abgegeben werden. Die „Helfer“ wollen Dir den Schein verkaufen. Frage einen Zöllner, an welchem Schalter Du den Schein bekommst. Bewahre die 2 Stück A 5 Scheine (fish verte, grüner Schein), die Du für Dein Fahrzeug bekommst, gut auf, Du brauchst sie bei der Ausreise wieder. Grüne Versicherungskarte ist Pflicht, achte darauf daß Marokko nicht ausgeschlossen ist. Wertvolle Fahrzeuge (Höhe im Ermessen des Einzelnen) sollten unbedingt Vollkasko-versichert sein. Erwarte in Afrika nie einen ausreichenden Versicherungsschutz der anderen Verkehrsteilnehmer (so sie überhaupt einen haben).

Auslandskrankenversicherung mit Rückholservice im Krankheitsfall solltest Du unbedingt abschließen. z.B. beim ADAC.

Marokko – Mauretanien

Lass Dir nichts vormachen von den 1000 Helfern, Du brauchst sie nicht. Kleine Euro-Scheine sind von Vorteil.

Ein Visa für Mauratanien wird an der Grenze gemacht. Kostet aktuell 55,- Euro. Passbild nicht erforderlich. Auch eine „Zwangsversicherung“ für das Fahrzeug muss abgeschlossen werden. Das Visa verfällt bei der Ausreise, also musst Du bei der Rückfahrt an der Grenze nochmals die gleiche Prozedur durchlaufen.

Für die Landes-Durchfahrt solltest Du ca. 15 Kopien des Reisepasses parat haben (die Seite mit Bild und allen Daten). Bei den vielen Polzeikontrollen wird immer nach dem „Fish“ gefragt (Zettel). Halte an der Kontrolle an, gib ungefragt die Kopie heraus und Du hast zu 90% Ruhe, keine Kontrolle und kannst ohne den Helm abzusetzen, gleich weiter fahren.

Mauretanien – Senegal

Nimm auf keinen Fall den Übergang bei Rosso.

Das chaotischte was ich je an Grenzübergang erlebt habe.

Flussabwärts gibt es ein Stauwehr mit Brücke bei Diama. Ist nur über eine Piste zu erreichen. In der Regenzeit problematisch zu fahren! Kleiner Übergang nur bis 3,5 to erlaubt. Empfehlenswert, außerdem der einzig mögliche Übergang außer Rosso.

Fahrzeuge die älter als 8 Jahre sind dürfen in den Senegal nicht mehr einfahren, außer sie haben ein Carnet eines EU-Landes (z.B.vom ADAC). Motorräder werden noch durchgelassen.

Im Senegal ist zur Zeit keine Visa-Pflicht, es gibt nur einen Stempel. Allerdings muss das Fahrzeug wieder zwangsversichert werden. Achte auf die Dauer der Versicherung! Das Fahrzeug bekommt eine Art Transitschein der bei mir nur auf 7 Tage ausgestellt war. Diesen zu verlängern ist nur in Dakar möglich! Und da willst Du freiwillig, als allein reisender Mopedfahrer, nicht rein….

 

Finanzen

Währungen

Informiere Dich im Vorfeld über die Wechselkurse und zwar nicht nur Euro zu den anderen Währungen, sondern auch zwischen den Währungen bevor Du zur Grenze kommst. Es kann sein daß Du aus irgendwelchen Gründen an der Grenze wechseln musst. Damit Dich die Geldwechsler nicht betrügen (auch ich wurde einmal in der bewußt verbreiteten Hektik der „Helfer“ betrogen) musst Du die Kurse wissen.

Achtung: In Mauretanien wurde Anfang 2018 die Währung um eine Null gekürzt. Was also vorher 1.000 waren sind jetzt 100. Die Einheimischen reden aber oft noch in der alten Währung. Immer fragen ob neu oder alt gemeint ist.

Kosten

Ich schreibe mir nie auf, wieviel Geld ich für eine Reise ausgebe. Versuche zu reellen Preisen unterzukommen, gönne mir auch mal was Besseres. Esse gerne dort wo die normalen Einheimischen sitzen. Kaufe keinen Touristen-Nepp. Insofern waren meine Reisen nie überteuert. Übernachtungen kosten (für mich als Einzelreisender) in Marokko ab 15,- Euro, Mauretanien, ohne lange zu suchen, ab 40,- Euro, Senegal bezahlte ich immer um die 40,- Euro. Der Senegal ist sowieso relativ teuer. Hotelanlage am Ziel im Senegal (Ziel der Paris – Dakar Rally, jetzt Monaco – Dakar Rally) am Lac Rose: Etoile du Lac rose. Ca 40,- Euro mit reichhaltigem Frühstück.

Benzin: Marokko 0,70 Euro in der West-Sahara (wird von der Regierung gefördert) bis 1,- Euro. Mauretanien ca. 1,- Euro, Senegal zwischen 1,- Euro und 1,20 Euro. Manche sagen, in Mauretanien wäre das Benzin schlechter. Konnte ich nicht feststellen. Man fährt ja auch nicht mit einem Fahrzeug das 98 Oktan benötigt und fährt auch nicht mit Volllast.

Achtung: Manchmal kommt die nächste Tankstelle erst nach 200 km oder die Nächste hat kein Benzin. Diesel bekommst Du fast überall und wenn es aus Flaschen ist….aber Benzin, vor allem in Mauretanien kann auf dem Land ein Problem sein. Z.B. gab es zwischen Nouakschott und der Grenze zu Marokko nur an einer Tankstelle Benzin. Vertraue auch nicht darauf was die Einheimischen sagen. An manchen Tankstellen muß erst das Stromaggregat angeworfen werden. Wenn es nicht läuft gibts nichts….Hier, am Rande der Westsahara, kostete das Benzin zwar nur ca. 0,70 Euro, aber das Diesel-Stromaggregat wollte erst nicht anspringen. Der Rost kommt von der salzhaltigen Meerluft.

 

Übernachtungen

In Marokko habe ich für 15,- Euro übernachtet. Einfach und sauber. Nur die Zudecken (keine weißen Laken) waren mir suspekt. Dafür habe ich immer einen Daunenschlafsack mit Kopfteil dabei. Dieser läßt sich mit einem Vakuumbeutel sehr klein zusammenpacken. Ich bin in solchen Herbergen am engsten mit der Bevölkerung zusammen und lerne sehr vieles über die Gebräuche in diesem Land, abseits der Touristenmekkas. Oft ist das Frühstück nicht im Preis inbegriffen. Afrikanische Touristen frühstücken meist irgendwo an der Straße.Marokkanisches Frühstück: Minztee, Fladenbrot, Erdnusssauße, Marmelade, Honig, Olivenöl. Messer nur für den Tourie. Man tunkt das Brot in die Schalen.

Toilettenpapier ist nur dort üblich wo es europäische Touristen gibt, auch gibt es oft keine Handtücher (selbst bei teueren Hotels). 2 Rollen Toilettenpapier, feuchte Tücher (selbst Öl-verschmierte Hände bringst Du damit ohne Wasser sauber) und ein Desinfektionsspray gehören zu meiner Standardausrüstung. Alles Weitere unter „Hygiene“.

Lebensmittel/Essen gehen

In Marokko überhaupt kein Problem. Du bekommst überall gutes Fleisch, Fladenbrot, Gemüse und Obst. Immer vorher nach den Preisen fragen! Und zwar für jedes Teil. Grandiose Gewürze kannst Du hier kaufen.

An jeder Ecke, in jedem Dorf, gibt es Strassen-Restaurants wo man einfach, aber sehr gut essen kann. Wenn ein Tajin an der Straße aufgestellt ist, weißt Du daß es hier etwas zu essen gibt. Im Tajin gibt es meist Gemüse, manchmal mit etwas Fleisch, selten Fleisch-lastig. An der Küste gibt es auch viel Fisch, allerdings oft aus der Fritteuse.

Schweinefleisch gibt es in allen 3 Ländern keines, Wurst, wenn überhaupt, dann aus Geflügel oder Rind. Alkohol nur in Touristengegenden. In Marokko im Hinterland danach zu fragen ist nicht immer passend. Respektiere die Religion! Im Senegal wird ein recht gutes Bier gebraut, namens Gazelle.

Kosten für Lebensmittel sind grundsätzlich günstig, relativiert sich aber, wenn Du auf Restaurants angewiesen bist. Marokko ist hier sehr günstig. Mauretanien kann ich nichts zu den Lebensmittelpreisen sagen.

Es war für mich nur ein uninteressantes Transitland, das ich schnell durchqueren wollte. Hier muß man aber bedenken, daß Du Dich fast immer durch die Wüste bewegst. Einkaufen ist nicht! Essen gehen nur noch in den wenigen Städten. Die modernen Restaurants in Nouakschott nehmen Preise wie in Deutschland, ums Eck der einfache Imbiss (meist das reellere Essen) mit Fisch, Fleisch usw. (meist frisch zubereitet auf dem Holzkohlegrill) nimmt 1/4 des Preises.

Trinke nie offenes Wasser. Immer nur aus original veschlossenen Flaschen. Gilt für alle 3 Länder.

Ich habe immer min. 2 Liter Wasser dabei. Ebenso Notnahrung für min. einen Tag: Datteln, Mandeln, trockenes Brot, Bananen, Mandarinen.

Im Senegal kannst Du alle Lebensmittel kaufen, aber es gibt außerhalb der wenigen Städte so gut wie keine Restaurants. Selbst im Dorf, das nur vom Fischfang lebt, konnte ich nirgend Fisch essen, aber den besten Fisch kaufen. Glaubt mir, ich habe mich überall umgesehen und überall nachgefragt. Das habe ich so noch nie erlebt.

Wenn man im Winter reist ist der Tag sehr kurz und wie schon geschrieben, fährt man in der Nacht nur in äußerster Not. Das heißt Du hast ca. 12 Stunden Tageslicht. Diese Zeit will ausgenutzt werden. Darum esse ich am Mittag höchstens etwas aus meiner „Notnahrung“, gehe dafür Abends essen. Im Senegal kannst Du eh, außer in den Städten, praktisch nur in den Hotels essen gehen.

Hygiene/Medikamente

Wie schon geschrieben, ist in diesen Ländern das Toilettenpapier nur dort Standard, wo europäische Touristen sind. Daher ist Toilettenpapier ein Muss, ebenfalls feuchte Tücher und Desinfektionsspray.

Toilettenbeutel mit allem persönlich Notwendigen, incl. Handtuch.

Notapotheke, kleiner Verbandskasten, persönliche Medikamente. Kohletabletten, min. 20 Stück und Elektrolyth-Pulver wegen Durchfallerkrankungen. Malaria-Tabletten. Ich habe schon in Marokko angefangen diese einzunehmen, da ich viel über Un- oder Ver-träglichkeit gelesen hatte. Mein sonst empfindlicher Magen machte keine Probleme, auch Nebenwirkungen wie Kopfweh, Übelkeit blieben zum Glück aus.

Internationaler Impfpass. Der Senegal gehört zu den Gelbfieber-gefährdeten Ländern. Das heißt daß Dir die Einreise in die EU verwehrt werden kann, falls Du keine Gelbfiebervorsorge-Impfungen nachweisen kannst. Mit Malaria ist auch nicht zu spassen. Wollte erst nichts nehmen da ich ja im Winter und nicht in der Regenzeit unterwegs bin. Nur, auch hier in Afrika gibt es den Klimawandel: Ich hatte im Senegal immer über 30 Grad und teilweise sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Da freuen sich die Stechfliegen…….

 

Bekleidung

Da ich im Winter mit dem Solo-Motorrad vom kalten Deutschland aus unterwegs war, hatte ich zwangsweise viel Bekleidung an:

Regenkleidung (zweiteilige Kombi, da die Einteiligen mit dem ganzen Drunter, ohne Hilfe, fast nicht mehr zum anziehen sind), Überschuhe (obwohl die Lederstiefel wasserdicht sind, aber sie halten den Wind ab und das agressive Salzwasser, welches das Leder angreift), Einknöpf-Futter, mehrere Schichten Unterkleidung usw. . Dazu kommen Wechselwäsche, Shirts, Hose, Socken, Weste, Schuhe. Ich nehme grundsätzlich nur schnell trocknende Bekleidung, so habe ich immer schnell frische Kleidung und kann mich auf ein Minimum reduzieren. Den Schlafsack, im Vacuum-Beutel, habe ich schon erwähnt. Als Schuhe nehme ich nur ein Paar offene Laufschuhe mit. Ansonsten ziehe ich die Touring-Motorradstiefel an. Die „Unterschichten “ der Anfahrt werden auch bewußt gewählt, da diese ohne Motorradkleidung getragen werden können und das Gepäck-Volumen verringern. Body-Wormer, dünne, wasserdichte Jacke, Fleece-Weste, Langarmshirt. Beinkleider: leicht wattierte Outdoor-Hose, spezielle Unterhose mit Neopren-Besätzen, lange und kurze Unterhose. Denkt daran, daß ich viele Kilometer mit rel. hoher Geschwindigkeit bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt nonstop gefahren bin. Da geht verdammt viel Wärme verloren. Warme Sturmhaube mit winddichtem Kragen ist gold wert. Auch bei Sandsturm….

Die Motorradkombi ist eine zweiteilige Textilkombi mit herausnehmbarem Innenfutter und Lüftungsöffnungen für die „heißen“ Etappen. Touren-Handschuhe aus Leder, wasserdicht, leicht gefüttert (fahre mit Lenkerstulpen). Zur Not 1 x Ersatz Sommerhandschuhe und 1 x dicke Winterhandschuhe (falls die Griffheizung ausfällt).

 

Motorrad-Ausstattung

Modell: KTM 990 Adventure mit 100 PS. Reicht vollkommen.

Könnte bei niedrigen Drehzahlen ein besseres Ansprechverhalten haben. Übersetzung original, da ein Kompromiss zwischen schnellen Autobahn / Überland-Etappen und langsamem Pistentempo sein muss.

Zusatzausrüstungen:

Tank: 45 (fünfundvierzig) l Fassungsvermögen. Moped wird bei vollem Tank zwar stark Vorderradlastig, aber ich war mehr als einmal froh über die Reichweite. Und seien wir doch mal ehrlich, mit einem Motorrad dieser Gewichtsklasse + koplettes Equipment kann eh keiner mehr richtig Piste fahren. Das Aufstellen im Tiefsand war schon eine Quälerei….kurz vorm Ziel am Lac Rose hat sich das Vorderrad im Tiefsand quer gestellt…keine Chance…

LED-Tagfahrlicht, geschaltet über einen Wechselschalter in der Lampenverkleidung. So kann ich zwischen normalem Abblendlicht und LED wechseln. Vorteile: Die LEDs haben sehr starke Leuchtkraft, werde damit besser von anderen Verkehrsteilnehmern erkannt. Geringer Stromverbrauch, so wird die Batterie (die stärkste GEL-Batterie, welche es gibt) geschont, weil u.U. stundenlang die Griffheizung an sein muss. z.B. auf dem Nachhauseweg 12 Stunden am Stück.

beheizte Griffe

beheizte Einlegsohlen

Lenkerstulpen, das Beste bei Kälte und Regen. Dadurch konnte ich mit den leichten Handschuhen fahren und alle Geräte, incl. Kamera mit den Handschuhen bedienen, ebenso bei den unzähligen Kontrollen meinen Ausweis ohne Ausziehen der Handschuhe zeigen.

Garmin-Navi über dem Tacho, im Blickfeld, montiert.

SPOT, satellitengestütztes Rettungs- und Ortungssystem. Damit werden beim täglichen Start und täglichen Ziel min. 2 Vertrauenspersonen über meinen Standort informiert. Diese wachen darüber ob ich mich täglich von der Fahrt abmelde, um sicherzustellen daß mir nichts passiert ist. Gleichzeitig gibt es eine Track-Aufzeichnung, so daß mein Standort im Notfall, jederzeit und überall ziemlich genau geortet werden kann. Der Notfall kann durch mich, durch einen Alarmknopf, ausgelöst werden oder durch die Vertrauenspersonen. Der Alarm, bzw. Standort wird vom Gerät per Satellit an die Zentrale in den USA übertragen. Im Notfall wird von dort automatisch eine Rettungskette aktiviert.

Kettenölsystem, im Salzwasser genau so wichtig wie im Sand.

Große Seitenkoffer von Hepko Becker,an den originalen, umlaufenden Kofferträgern, einfach abnehmbar.

Topcase von SHAD mit Höhenverstellung und bis zu 58 l Fassungsvermögen (super), einfach abnehmbar. Das „einfach abnehmbar“ betone ich, da es je nach Nacht-Parkplatz vorteilhaft ist, das ganze Equipment gesichert im Zimmer unterzubringen.Der „Parkplatz“ zwischen 2 Zimmern im Flur ist leider die Ausnahme! (Hotel in Ouarzazate, östlicher Atlas)

Tankrucksack von Touratech. Höhen-, damit Volumen-verstellbar, mit abnehmbarem, großen Kartenfach. Hier hat auch endlich jemand was gedacht. Ist zwar nur ein kleines Gimmik, aber klasse: auf der Innenseite des Deckels befindet sich ein kleines Fach für die Scheckkarte. Nein, ich bin kein Scheckkartenfahrer, aber nichts blöderes, als bei Kälte wegen der Mautstellen die Handschuhe ausziehen zu müssen, Geld aus dem Geldbeutel fummeln, Wechselgeld wieder hineinfummeln, Handschuhe wieder anziehen. Nein, am Reißverschluss des Deckels ist ein ca. 10 cm langer Zwirn eingeknotet. Daran öffne ich den Reisverschluss, mit angezogenen Handschuhen, klappe den Deckel auf, Karte raus, in den Bezahl-Automat rein, Karte wieder ins Fach und weiter gehts. Ruckzuck, ohne kalte Finger, ohne herunter fallendes Wechselgeld, ohne großen Zeitverlust. Einfach top…..muss ein Ticket gezogen werden kommt dies mit ins Kreditkartenfach und ist sofort für den späteren Zahlvorgang wieder zur Hand.

Im Süden, wenn es nicht regnet, habe ich die Kamera incl. 2 Objektiven + Kameratasche im Tankrucksack. So muß ich nicht immer absteigen. Viele Bilder wurden ohne den Helm abzusetzen, ohne die Handschuhe auszuziehen, gemacht. Spart viel Zeit. Vor allem wenn man bedenkt daß ich ca. 1.500 Aufnahmen geschossen habe…..eine Wasserflasche ist auch immer vorne drin…

Reifen: Die überwiegende Zahl der Langstreckenfahrer schwört auf Heidenau Scout. Ich auch. Nach 12.800 km kann der Hinterreifen noch min. 6.000 km drauf bleiben. Kenne keinen anderen Reifen der diese Kilometerleistung am Hinterrad schafft. Verblüffend: Trotz der Langlebigkeit und dem rel. eckigen Abfahren bei solchen Langstrecken, bekommt der Reifen kein Kippmoment in der Kurve. Soll heißen, er versucht nicht die Maschine plötzlich in die Kurve kippen zu lassen, wie viele andere Reifen. Der Kurvengrip ist für ein solches Profil überragend.Klar, das grobe Profil ist etwas laut, auch die Vibrationen sind stärker, aber das sind die geringsten Probleme, bei so vielen Vorteilen.vorne neu, hinten im Bild der gleiche Reifen mit ca. 14.000 km Laufleistung

 

Foto-Ausrüstung

Gehäuse: Canon EOS 550D Objektive: EFS 15 – 85 mm (90% der Bilder) mit Image Stabilizer, EF 70 – 200, 1 : 4 L mit IS

Einige Bilder wurden auch mit dem Smartphone gemacht. Reisestativ (musste ins Topcase passen) und Fernauslöser waren auch dabei (wenig genutzt).

Ich habe auf der Tour ca. 1.500 Bilder gemacht. Wobei während der 5 Tage Anfahrt bis Dakar nur ca. 20 Stück gemacht wurden. Brauchbare Bilder sind ca. 200 Stk. übrig geblieben. Während dem Fahren habe ich meist mit angezogenen Handschuhen und aufgeklapptem Visier, auf dem Motorrad sitzend, fotografiert, sonst wäre ich gar nicht vorwärts gekommen. Andererseits leidet natürlich die Qualität der Bilder darunter. Auch der Wechsel zum viel besseren Teleobjektiv war mir oft zu zeitaufwendig.

Viele Mohamedaner lassen sich das fotografiert werden bezahlen. Ist auch ok. Bei Dakar im Straßenchaos zu fotografieren war herrlich, aber auch eine Herausforderung, da die Motive im nächsten Moment verdeckt oder verschwunden waren, der Himmel trüb vom Smog.

Ich hoffe Du konntest von meinen Ausführungen profitieren. Im Internet steht in Blogs vieles geschrieben zu obigen Themen. Lese alles skeptisch, es ist verdammt viel Mist dabei. Nimm Dir Zeit beim Abenteuer Afrika und mache Deine eigenen Erfahrungen, die in manchen Punkten vielleicht ganz anders sind als meine…

So, damit ist mein Reise-Blog Stuttgart – Dakar beendet.

Hoffe Ihr hattet viel Spaß beim lesen und Bilder anschauen.

Euer Manfred

Mein Lieblingsbild: sich schindene Salzbauern, die bildhübsche Souvenir-Verkäuferin, asiatischer Tourie in schwarz/weiß, die abgefahrenen Reifen mit den Skiern darauf. Wie die wohl hier her gekommen sind????

 

 

 

 

4 Antworten zu “Stuttgart – Dakar Resümee

  • toller Blog! habe alles mit großer Begeisterung gelesen. Respekt!!!!

    • Hallo Bettina,
      vielen Dank für die Lorbeeren….

      Viele Grüße
      Manfred

    • Guten Tag!
      Vielen Dank für deine viele Infos!
      Wir möchten auch diese Tour machen, haben eine alte gelbfieber Impfung ( >10 j.) . Wie genau wird diese Impfung kontrolliert?
      Einen schönen Tag noch!
      Agnès

      • Hallo Agnès,
        komme gerade von einem Kajak-Meertripp zurück. Ganz neue Erfahrungen ohne 2 Räder und Motor..
        normalerweise kontrolliert kein Mensch die Impfungen, würde mich aber nicht darauf verlassen.
        Nichts blöder, als an der Grenze Ri. Europa zu hängen wegen der fehlenden Impfung. Lieber vorab noch zum Tropenarzt.

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