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6.000 km Stuttgart – Dakar

The way to nowhere or everywhere. Marokko Steinwüste 2017

Reisezeit: 15.12.2018 – 06.01.2019

Gibt es positiven und negativen Stress?

Ich sage ja. Zugegeben, es ist schon etwas verrückt was ich, Manfred, der CEO von Aktiv-Caravaning, plane:

6.000 km von Stuttgart bis in den Senegal in 5 Tagen. Ca. 15.000 km in 3 Wochen. Mit unseren AC-Vans fast nicht zu schaffen,  aber mit Katy sollte es realisierbar sein. Wer ist Katy? Nun ja, sie ist eine KTM 990 Adventure in der Sonderedition ‚Paris – Dakar‘. Wir haben uns vor gut einem Jahr kennengelernt und sind seither ein Paar. Sie ist wie ich: Etwas übergewichtig, zu viel Speck um die Gürtellinie, hoch gewachsen, auch mal zickig, aber sie hat absolut sportliche Gene. Den Hüftspeck schuldet sie den beiden Tanks, die zusammen 45 l Benzin fassen. Ja, Ihr lest richtig: 45 Liter. Damit kommen wir bei moderater Fahrweise, also nicht über 140 km/h, ca. 650 km weit. Diese Reichweite hat sich schon letzten Winter bei der 8.000 km Marokko-Tour bestens bewährt.

Mein Plan:

Start am 15.12.2018 um 6.00 h in Wiernsheim, am Firmensitz von Aktiv-Caravaning. Über Mulhouse, Lyon, Toulouse durchquere ich Frankreich. An Barcelona vorbei geht es die spanische Mittelmeerküste runter bis Tarifa. Die Strecke durch das Landesinnere wäre zwar etwas kürzer, aber dort könnte mich Nachts der Schnee erwischen, besonders im Osten der Sierra Nevada. Bis Tarifa sind es ca. 2.500 km. Mit Tankstops alle ca. 500 km, die auch die Pinkelpausen sind…, plane ich 22 Stunden, all incl. Dann mit der Fähre bis Tanger und weiter die Autobahn an Casablanca vorbei, Marrakesch östlich liegen lassend, durch den Anti-Atlas  bis Agadir. Ab hier führt die Route immer am Atlantik entlang, die Westsahara streifend, Mauretanien durchquerend und dann in den Senegal.

Alle Routen weiter östlich sind wegen der politischen Lage in der Sahara viel zu gefährlich. Außerdem….wie schon gesagt hat Katy etwas viel Speck um die Hüfte, dann noch Seitenkoffer, Topcase, Tankrucksack und mich im Rücken …. geb es ja zu, bin ein bisschen übergewichtig, (habe ich das nicht elegant ausgedrückt?), somit sind wir nicht wirklich wüstentauglich.

Oase am Rande der Sahara, 2017

Angekommen im Senegal nehme ich mir alle Zeit der Welt für Orte wo es mir gefällt. Lac Rose zum Beispiel könnte ich mir vorstellen. 16 Tage sind es dann noch bis ich wieder zuhause sein muss.

Übernachten:

Die ersten 2 Tage fahre ich durch. Sollte das Wetter einigermaßen mitspielen komme ich bis an den Rand der Westsahara,  vielleicht bis Tan-Tan. Sind dann ca. 3.500 km. Übernachtet wird in Herbergen oder Hotels. Die Tage sind auch hier im Winter sehr kurz, ab 17.00 h muss eine Bleibe gefunden werden.

Verpflegung:

Die ersten 2 Tage, während der Nonstop-Fahrt, muss ich genau überlegen, was ich essen und trinken kann. Die Temperaturen bei der Fahrt durch Europa werden zwischen minus 5 Grad und plus 7 Grad sein. Regen? Vielleicht. Schnee? Auch nicht auszuschließen. Das bedeutet daß ich perfekt gekleidet sein muss. Nirgends darf kalte Luft oder gar Wasser eindringen. Nun stellt Euch vor daß ich in meiner HB-Männchen-Kleidung auf die Toilette muss…..Alles auspacken und wieder 100% ig einpacken. Macht ca. 20 Minuten. Liegt nicht im Zeitlimit drin.

Trinken: Besonders kritisch. Konzentrationsverlust und Kopfweh durch Dehydrierung kennt jeder Langzeitsportler. Kalte Getränke schlagen auf den Magen,  genau so wie kaltes Obst. Aber Du musst auch wach bleiben. Koffein, Vitamine und Balaststoffe braucht dein Körper. Du musst wissen, was Du verträgst. Bei früheren Winterlangstreckenfahrten haben sich hochwertige Müsliriegel, reine Energieriegel und Cola bewährt. Dieses kaufe ich an den Tankstellen so daß es nicht kalt ist. Natürlich habe ich für die Not immer min. 2 Liter Trinkwasser dabei.

Ab Marokko werden die Temperaturen höher, also die Kleidung dünner, so daß die Ernährung, bzw. deren Folgen……kein großes Problem mehr darstellen. Ich werde die einheimische Küche genießen. Mein Trinkwasservorrat, in original verschlossenen Flaschen, wird dann ca. 5 Liter sein.

Wüste an der Grenze Marokko – Algerien 2017

Medikamente:

Zum ersten mal auf meinen Reisen habe ich mich vom Tropenarzt umfänglich impfen lassen. Gelbfieber-Impfung und und und. Malaria-Prophylaxe keine, habe Tabletten dabei. Scheint ja bezüglich der Verträglichkeit ziemlich unterschiedlich zu sein. Von Schwindel, über Spucken….. bis gar keine Reaktion. Die Entscheidung ob ich  die Tabletten nehme treffe ich in Mauretanien, kurz vor der Einfahrt in den Senegal.

Mentales:

Antwort an diejenigen die mich für verrückt halten: Wenn ich ein klares Ziel vor Augen habe und dieses im Rahmen des Realisierbaren liegt, dann kann ich es schaffen. Jeder kann das Ziel dann erreichen. Lerne Deinen Körper kennen, Deinen Geist, Deinen Willen, lote Deine Grenzen aus und versuche diese immer weiter zu verschieben. Fange mit Zielen an die etwas über Deinem Limit liegen, überlege wie Du dieses Ziel erreichen kannst. Ich schaffe es und Du schaffst es auch. Lerne. Wenn sich Deine Grenzen nachhaltig verschoben haben, wirst Du im Innern ein anderer Mensch sein. Deine mentale Stärke wird eine andere sein. Nur glaube nie, daß Du morgen das erreichen kannst wofür andere Jahre benötigen und Rückschläge wirst auch Du und ich weiterhin erleben.

Vielleicht geht es Dir wie mir, daß Du Dich nach erreichen des Ziels machmal wunderst, fragst, wie Du das eigentlich erreichen konntest.

Der Kluge umgeht den zu harten Widerstand.

Überlegungen:

Ab Marokko in der Nacht zu fahren …never….mit dem Moped lebensgefährlich. Ab Tan-Tan kenne ich die Strecke nicht. Noch ca. 2.500 km Landstraße mit 2, zeitlich nicht berechenbaren Grenzübergängen und einer Flussquerung. Wie stark wird der Verkehr auf dieser Haupt-Nord-Südachse sein? Wie ist das Tankstellennetz? Wird es besser sein durch Mauretanien im Konvoi zu fahren? Leider wird immer wieder von Entführungen berichtet mit denen sich IS nahe Gruppen finanzieren. On verra (man wird sehen). Es wird spannend.

In loser Reihenfolge berichte ich Euch hier von der Fahrt, natürlich auch mit Bildern. Die große Kamera-Ausrüstung ist dabei. Werde nicht immer Internet-Kontakt haben, tue aber mein Bestes um Euch auf dem Laufenden zu halten.

 

Freue mich auf Eure Kommentare und Fragen.

 

Wer einen SPOT-Zugang hat, kann die Strecke in Echtzeit mitverfolgen. SPOT ist ein Satelitten-gestütztes Ortungs- und Notfallsystem.

 

 

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